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Flexible Arbeitszeitmodelle: Das sind die Möglichkeiten

  • 23.02.2021

  • Category: Jobsuche

9-to-5-Jobs, das berühmte Hamsterrad, Stempeluhren: Das alles hat in der Arbeitswelt inzwischen einen weniger guten Ruf. Selbst der einst so hoch gelobte Begriff Work-Life-Balance gerät immer mehr in die Kritik. Muss „Work“ und „Life“ getrennt werden? Sollte die Arbeit nicht eher zur Lebensqualität beitragen? Und überhaupt: Wer nach dem Büro erstmal ausspannen muss, hat irgendwas verkehrt gemacht. Klingt verdächtig nach Generation Y , oder? Was nützt der beste Job, wenn dabei das Leben drauf geht? Und wo bleibt der Sinn dabei? Das alles sind Fragen, mit denen sich immer mehr Arbeitgeber auseinandersetzen müssen, um auch für Fachkräfte attraktiv zu bleiben.

Eine Uhr steht auf einem Schreibtisch neben Stift und Collegeblock

Für dich als potentiellen Arbeitnehmer spielt dabei insbesondere das Schlagwort Arbeitszeitmodelle eine große Rolle. Wie ist es möglich, die Arbeitszeit an dein Leben anzupassen und nicht umgekehrt? Diese Frage versuchen Forscher durch immer neue flexible Arbeitszeitmodelle zu beantworten. Eines haben dabei alle Modelle gemeinsam: Mehr Freiheit, weniger Kontrolle. Klingt erstmal nach vielen Vorteilen, aber wo ist der Haken bei der Geschichte? Hier erfährst du nicht nur, welche Arbeitszeitmodelle für dich interessant sein könnten, sondern auch, ob du eher der Hamsterrad- oder der Eichhörnchen-Typ bist.

Arbeitszeitmodelle im Test: Was taugt wirklich?

Hand aufs Herz: Manchmal taugen die neuesten Entwicklungen auf dem Markt der Arbeitszeitmodelle so wenig, dass du freiwillig in deinen 9-to-5-Job zurückkehrst. Aber manchmal entsteht auch etwas Sinnvolles, dass dir bei der Gestaltung deiner Arbeitszeit entgegenkommt. Vielleicht ist bei den folgenden Arbeitszeitmodellen sogar eins dabei?

#1 Gleitzeit: Die Abschaffung der Stempeluhr

Dieses Arbeitszeitmodell ist der erste Schritt weg von festen Arbeitszeiten. Forscher befürworten bei Gleitzeit besonders die Berücksichtigung der individuellen Biorhythmen von Mitarbeitern. Während die einen um sieben Uhr morgens topfit im Büro erscheinen und um 15 Uhr erledigt das Feld räumen, wachen ihre Kollegen gerade erst auf. Unter dem Strich profitiert davon auch der Arbeitgeber durch eine konstant höhere Arbeitsleistung.

Allerdings genießt du bei Gleitzeit nur eingeschränkte Freiheiten bei der Arbeitszeit. Häufig existiert trotzdem eine sogenannte Kernarbeitszeit mit Anwesenheitspflicht, damit zu den Geschäftszeiten alle wichtigen Positionen besetzt sind. Falls du auf dem Gebiet der flexiblen Arbeitszeitmodelle noch ein Neuling bist, ist Gleitzeit ein guter erster Schritt.

#2 Vertrauensarbeitszeit: Überstunden ohne Ende?

Dieses Arbeitszeitmodell ist vorranging in Führungsetagen anzutreffen. Hier muss sich niemand bei der Stempeluhr eintragen. Aber das hat nicht selten einen einfachen Grund: Die Arbeitsaufgaben sind ohnehin nicht unter dem Stundensoll zu erledigen. Aus diesem Grund ist Vertrauensarbeitszeit manchmal sogar negativ zu bewerten: Geleistete Überstunden werden nicht erfasst.

Trotzdem kannst du als Arbeitnehmer mit Vertrauensarbeitszeit auch viele Vorteile genießen, denn du sitzt deine Zeit nicht mehr ab und kannst nach getaner Arbeit die Segel streichen. Falls das normalerweise innerhalb deiner Stundengrenze liegt, entsteht dadurch viel Freiraum.

#3 Jahresarbeitszeit: Ein Hoch auf den Winterschlaf

Ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Stempeluhr trotz flexibler Arbeitszeit noch existiert, ist die Jahresarbeitszeit. Ist zum Beispiel saisonal besonders viel zu tun, sammelst du Überstunden, die du bei geringerer Auslastung wieder abbummeln kannst. Falls du also Arbeitnehmer in einer saisonal beeinflussten Branche bist, kann Jahresarbeitszeit durchaus sinnvoll sein. Wichtig ist bei diesem flexiblen Arbeitszeitmodell allerdings eine genaue Nachverfolgung der geleisteten Überstunden und die Bereitschaft, bei Stoßzeiten auch einmal ein paar Stunden mehr im Büro zu verbringen.

#4 Remotejobs: Arbeiten im Homeoffice

Ein Trend, der immer mehr Arbeitnehmer erfasst, ist das ortsunabhängige Arbeiten. Während vor einem Jahrzehnt zu diesem Arbeitszeitmodell nur Aussteiger und Kreative zählten, werden Jobs im Homeoffice  immer salonfähiger. Das liegt nicht zuletzt an der wachsenden Digitalisierung und Vernetzung von verschiedensten Unternehmenszweigen, die einen festen Arbeitsort überflüssig machen.

Was sich nach der totalen Freiheit anhört, bringt aber auch einige Herausforderungen mit sich. Den eigenen Arbeitsort gesundheitsgerecht zu gestalten, ist schwieriger als gedacht. Auch die Trennung von Privat- und Arbeitsleben ist im Homeoffice gar nicht so einfach. Und trotzdem begeistern sich immer mehr Anhänger für dieses flexible Arbeitszeitmodell: Falls auch du eine große Portion Selbstdisziplin und Organisation mitbringst, ist die Unabhängigkeit vom Arbeitsort tatsächlich ein großer Schritt Richtung Freiheit.

Arbeitszeitmodelle und du: Wie kannst du arbeiten?

Ob Gleitzeit, wechselnde Arbeitsorte oder individuelle Arbeitszeiteinteilung: Letztlich kommt es bei Arbeitszeitmodellen darauf an, ob du es annimmst. Nicht jeder Arbeitnehmer kommt mit jedem Arbeitszeitmodell klar. Während der eine im Homeoffice fleißig in die Tasten haut, welkt der andere dahin wie die verlassenen Büropflanzen.

#1 Der Hamster im Rad – Ein legitimes Arbeitszeitmodell

Arbeitsorte an jedem Ort der Welt, flexible Arbeitszeiten und überhaupt: Wie sollst du noch zum Arbeiten kommen, wenn du dir über all das Gedanken machen musst? Diese Überlegungen sind durchaus legitim, auch wenn du zur Generation Y gehörst, die die gesamte Arbeitswelt an sich in Frage stellt.

Auch Hamster braucht die Arbeitswelt. Beschäftigte, die zuverlässig morgens um 9 im Büro sitzen, ihren Feierabend genießen und während der ganz normalen Urlaubszeit auftanken. Wenn du zu dieser Kategorie gehörst, zwingt dich niemand dazu, das Hamsterrad zu verlassen. Solltest du trotzdem eine Mischung aus Hamster und Nachteule oder Singvogel sein, empfiehlt sich das Ausprobieren der Arbeitszeitmodelle Gleitzeit und Jahresarbeitszeit.

#2 Das Eichhörnchen – je flexibler, desto besser!

Im Gegensatz zur Kategorie der Hamster ist der Arbeitstyp Eichhörnchen von Natur aus übermotiviert. Selbstdisziplin, Begeisterung, Motivation: Das alles sind Wörter, die in einer solchen Bewerbung nicht nur leere Versprechen sind. Falls du zu diesem Arbeitstyp gehörst, gehst du oft erst weit nach Feierabend nach Hause, ziehst Projekte auch eigenständig durch und machst dir manchmal sogar noch in deiner Freizeit Gedanken über Ziele und Meilensteine.

In diesem Fall können flexible Arbeitszeitmodelle eine gute Lösung sein, damit dein Tatendrang in individuelle Bahnen gelenkt werden kann. So bekommst du beides unter einen Hut: Deine Karriereziele, aber auch dein Privatleben. Ob dein Arbeitsort in der Firma liegt, bei dir Zuhause oder auf den Bahamas: Du lieferst von überall aus gute Ergebnisse.