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8 Wichtige Faktoren neben dem Gehalt - worauf du bei der Bewerbung achten solltest

  • 13.04.2021

  • Category: Gehalt

Ob als Nebenjob parallel zum Studium, als Vollzeitjob mit Aufstiegschancen oder selbstständig unterwegs: Kaum jemand setzt sich morgens aus reinem Spaß an der Freude an den Schreibtisch und bleibt dort auch bis abends sitzen. Und fast niemand würde sich nach dem ersten Weckerklingen aus den Federn erheben, wenn am Ende des Monats der Kontostand gleichbliebe. Das Gehalt ist Grundlage jedes normalen Arbeitsverhältnisses. Dein Augenmerk auf die Gehaltsfrage bei einer Bewerbung ist deswegen durchaus begründet. Und trotzdem: Welche Faktoren dürfen auch nicht unbeachtet bleiben?

drei Koleg:innen sitzen lachend und plaudernd zusammen in einem Lichtdurchfluteten Raum

Falls du zu den Glücklichen gehörst, die unter mehreren Jobangeboten auswählen können, pendelt sich die Gehaltsspanne meistens auf einen eher schmalen Korridor ein. Mehrere hundert Euro Gehaltsunterschied zwischen ähnlichen Jobs sind eher die Ausnahme. Häufiger dagegen sind zwei bis drei Jobangebote, die beim Gehalt im unteren dreistelligen Bereich auseinanderliegen. Jetzt einfach blindlings auf den Job zu tippen, der dir das höchste Gehalt verspricht, ist nicht automatisch die beste Entscheidung. Deswegen findest du hier ein paar Faktoren, auf die du jedes Jobangebot testen solltest. Entscheidest du dich danach immer noch für den bestbezahltesten Job, gehst du so sicher, diesen Weg nicht schon nach ein paar Monaten zu bereuen.

#1 Der Arbeitsweg: Zeit ist Geld. Und Sprit sowieso.

Natürlich kannst du deine Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Das kostet allerdings erstens eine Menge Zeit und zweitens doppelt so viele Nerven. Außerdem bekommst du deine Fahrtkosten nicht eins zu eins wieder, sondern nur einen Bruchteil, den du bei der Steuer eingespart hättest. Zusammen mit den gestiegenen Spritpreisen und einem dezenten Hinweis auf Themen wie Klimaschutz sollte das genügend Anreiz sein, lange Arbeitswege tunlichst zu meiden. Unter dem Strich gewinnst du so an Lebenszeit und Geld: Genau das, wofür du eigentlich arbeiten gehst….

#2 Mitarbeiterboni: Wo sparst du am meisten?

Parkplatzgebühren, die Mitgliedergebühr im Fitnessstudio, Rechnungen für das tägliche Mittagessen: Viele Unternehmen haben sich inzwischen darüber Gedanken gemacht, wie sie die laufenden Kosten ihrer Mitarbeiter senken können, wodurch sich automatisch die Beliebtheit des Unternehmens steigern lässt. Für dich als potentiellen neuen Mitarbeiter kann sich das finanziell im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. Außerdem ist ein Mittagessen zusammen mit den Kollegen oder ein gemeinsames Training vor dem Job kostenloses Teambuilding. Et voila: Zwei Mitarbeiter mit einer Klappe!

junge Frau sitzt auf einem Sessel mit dem Laptop auf dem Schoss und schaut in Gedanken aus dem Fenster

#3 Monatsgehalt: Was brauchst du wirklich?

Die wichtigste Grundlage, um dich für oder gegen einen Job zu entscheiden, ist nicht das Angebot des Unternehmens, sondern dein ganz persönliches Bedarfsprofil. Deine Miete, deine laufenden Kosten, potentielle Investitionen: All das macht die Grundlage dessen aus, was du wirklich verdienen solltest. Sich rein aus emotionalen Gründen gegen einen gutbezahlten Job zu entscheiden, der deine laufenden monatlichen Kosten nicht deckt, kann schlecht enden. Aber genauso schief verläuft ein Arbeitsverhältnis, das eigentlich nicht zu dir passt, auf deinem Konto aber eine große Rücklage entstehen lässt. Hier gilt es, eine kluge Entscheidung zu treffen, bei der womöglich ein Kompromiss gefunden werden muss.

#4 Bauchgefühl und Aufgabenbereich: Ein guter Berater

Auch wenn das Gehalt einen wichtigen Faktor bei der Entscheidung darstellen sollte, lohnt es sich, diesen Gedanken einmal beiseite zu schieben und dich nur auf den Arbeitsalltag zu fokussieren. Schließlich wird dich an einem anstrengenden und vielleicht auch mal langweiligen Tag nicht der Gedanke an dein volles Konto durchtragen, sondern die Aussicht auf spannendere Arbeitstage, von denen es hoffentlich im Allgemeinen nur so wimmelt.

Um das herauszufinden, kannst du dich mit jedem Jobangebot hinsetzen und das Gefühl zulassen, dass du hast, wenn du an deinen Arbeitsantritt denkst. Ist es Vorfreude? Angst vor dem Scheitern? Langeweile? Oder gar Zukunftspläne, um schnellstmöglich wieder in eine andere Richtung zu gehen? Abgesehen vom Gehalt alleine sagt dir so dein Bauchgefühl sehr deutlich, was es von dem einen oder anderen Job hält.

#5 Unternehmensimage: Was weißt du über deinen neuen Arbeitgeber?

Es gibt Unternehmen, die jeder kennt. Wenn du hier ein Jobangebot auf dem Tisch liegen hast, musst du nicht lange nachdenken. Das sagen jedenfalls die meisten Freunde und Verwandten. Aber weißt du wirklich, ob dieses bekannte Unternehmen auch hinter verschlossenen Türen genauso funkelt und glänzt, wie es den Anschein macht? Manchmal ist das tatsächlich so. In diesem Fall hast du einen Volltreffer gelandet. Aber manch ein Berufseinsteiger macht auch die Erfahrung, dass ein bekanntes Branding noch lange nicht automatisch auch für ein gutes Betriebsklima steht. Von daher gilt: Lass dich nicht blenden. Nimm dir die Zeit, um herauszufinden, wie dein neues Arbeitsumfeld wirklich aussieht, bevor du eine Entscheidung triffst.

#6 Karriereweg und Jobangebot: Wie die Faust aufs Auge

Manchmal ist das Arbeitsleben ganz schön kompliziert. Du hast jahrelang studiert oder während der Ausbildung fleißig gelernt, der erste Job war ein voller Erfolg und dein 10-Jahres-Ziel ist voll auf Kurs. Und dann springt da so ein Jobangebot völlig ungebeten in den Weg und du kannst einfach nicht mehr aufhören, daran zu denken. Die Aufgaben klingen durch die Bank spannend, der Standort ist ideal und erst die Bezahlung. Was war überhaupt nochmal mit diesem Ziel? In dieser Situation gibt es keine richtige oder falsche Entscheidung. Wichtig ist allerdings, dass du deine nächsten Entscheidungen im Hinblick auf ein langfristiges Ziel überprüfst. Ein Umweg kann sich lohnen. Manchmal mal sogar ein neues Ziel. Aber das sollte nicht über Nacht, sondern bei Licht und vollem Verstand entschieden werden.

lächelnde junge Frau mit Kaffeetasse in der Hand im Gespräch mit Arbeitskolleg:innen

#7 Kollegen inspizieren: Was liegt dir und was nicht?

Otto-Alleine-Erfolgsmenschen, Ameisen-Arbeitstyp oder doch lieber Demokratie? Je nach Persönlichkeit kommst du besser in hierarchischen oder flachen Strukturen, in großen Teams oder in Alleinarbeit zurecht. Wichtig ist nur, deine Bedürfnisse für ein positives Arbeitsumfeld gut einschätzen zu können. Wo hast du dich bisher am wohlsten gefühlt und konntest am besten arbeiten? Das hilft dir dabei, das neue Jobangebot nicht nur hinsichtlich des Gehalts, sondern auch bezüglich der passenden Teamkonstellation für dich zu bewerten.

#8 Umzug für den Job: Alle Kosten auf einen Blick

Kosten für einen Umzug können schnell im Dreistelligen Bereich liegen. Damit sind noch gar nicht die Kosten berechnet, die entstehen, wenn dich nach einem halben Jahr das Heimweg packt und du wieder in heimatliche Gefilde ziehst. Und hast du dich schon einmal nach den Preisen auf dem Wohnungsmarkt erkundigt? So ein neuer Job in einer neuen Stadt kann sich richtig lohnen. Er kann sich aber auch als Kostenfalle entpuppen. Deswegen ist es wichtig, vor der Entscheidung für etwa ein Jahr alle Kosten aufzulisten und erst dann einen Strich unter die Rechnung zu machen.